Systemische Beratung und Therapie

Was bedeutet Systemisch?

Als „systemisch“ wird heute ein Ansatz bezeichnet, der sich ab Mitte des vorigen Jahrhunderts zunächst als „Familientherapie“ etablierte, dann aber zunehmend unabhängig vom Familien-Setting spezifische Konzepte und Methoden entwickelte. Heute findet man dieses Beratungs- und Therapieverfahren im psychotherapeutischen Bereich auch als Einzel-, Paar-, Familien-, Gruppen- und Mulitfamiliengruppentherapie. 2008 erfolgte nach langen Auseinandersetzungen die Anerkennung der systemischen Therapie als wissenschaftliches anerkanntes Verfahren.

Die Systemische Therapie geht von psychologischen Regeln, Mustern und Funktionsweisen von sozialen Systemen (z.B. Familienkonstellation/Gesamtfamilie/Eltern/Großeltern, Geschwister, soziale Umgebung usw.) aus und betrachtet diese. Sie interessiert sich, wer an einem bestimmten Zustand oder an einer Situation, unter dem Leidensdruck entsteht oder entstand, mitbeteiligt war oder ist. Die Systemische Therapie zielt mit ihrem psychotherapeutischen Ansatz darauf ab, nicht in der Häufung die Verursachung des Problems bzw. in der Vergangenheit zu arbeiten und die Vergangenheit als Schicksal zu erklären, sondern die eigenen Vorannahmen und Beschreibungen in Frage zu stellen. Damit sich die Tür für andere Lösungswege und damit für den Blick auf Neuorientierung zu öffnen. Für ausführlichere Informationen verweise ich auf die Ausführungen unter www.dgsf.org (Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie).

 

Was bedeutet Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie?

Diese Therapieform entwickelte sich zwar aus der klassischen Psychoanalyse, hat allerdings dennoch einige wesentliche Unterschiede. Das Konzept des tiefenpsychologischen Ansatzes geht von aktuellen psychischen Konflikten aus. Das „Hier und Jetzt“ ist wichtig. Dabei fließen dann präsente Erinnerungen an Kindheits- und Jugenderlebnisse ein und werden mit aufgegriffen. Das Ziel ist, diese Erinnerungen zum einen auf den Wahrheitsgehalt im „Hier und Jetzt“ zu überprüfen und entsprechend dann die Lebenseinstellungen neu zu ordnen.

Was ist der Unterschied zwischen Beratung und Therapie?

Nicht selten kommt es im Miteinander vor, dass etwas stört und anfängt zum Beispiel zu ärgern oder zu frustrieren. Ratschläge durch Freunde und Bekannte sind gut gemeint, führen allerdings selten zur Verbesserung der Situation. Oftmals ist es gut sich an eine externe und neutrale Person zur Beratung zu wenden, um hier gemeinsam zu gucken, wie die Situation verändert, oder wenn es eventuell auch unveränderbar ist, wie damit zur Sicherung der eigenen Lebensqualität umgegangen werden kann.

Beratung geht in der Regel von wenigen Sitzungen aus. Beratung ist lösungs- und kurzzeitorientiert.

Professionelle Beratung konzentriert sich auf Problembereiche ohne Krankheitswert.

Therapie ist vom Grundsatz her auch eine Beratung, unterscheidet sich aber darin, dass sich hier in der Regel die Auswirkungen der psychischen Belastungen auch auf die allgemeine Alltagstauglichkeit auswirkt und somit eine Störung mit Krankheitswert darstellt. Eine Therapie ist in der Regel länger.